RapShiva, die beste Rapperin der Stadt.

Seit Jahren ist die Chemnitzerin der Musik ausgeliefert und muss ihr mit immer neuen Lyrics und Styles dienen. Begonnen hat die Misere im Jahr des Milleniums, 2000. RapShiva schildert das selbst so:

"Ein Bekannter wollte eigentlich eine Sängerin für seine frisch gegründete Crew, die ManyFingaz; ein Haufen von freestylenden Jungs, die sich jeden Nachmittag aus verschiedenen Stadtteilen zusammenrotteten und an Halfpipes trafen. Da ich den Jungs in Nichts nachstehen wollte, beschloss ich jedoch selbst ein paar Zeilen zu kicken anstatt nur eine seichte Hook zu säuseln. Das Ganze weitete sich zu endlosen Nachmittagen und Abenden in vertiefter Arbeit mit Plattentellern, Kassetten und Standardmikrofonen aus. Gerappt wurde auf die Beats von lokalen und bekannten Künstlern. Die Crews haben sich immer wieder verändert, sei es "personell" oder namentlich. Mein erstes Tape habe ich mit DJ ManQ berappt. Wir wollten uns damals übelst cool "The C-Town Shorty Crew" nennen, weil wir beide halbe Meter waren.

Glücklicherweise setzte sich der fixe Gedanke nicht durch. Da akuter Technikmangel herrschte, musste ich einen Ohrstöpsel meines Discmans nutzen, (ja, damals hatten wir Kassetten und Discmans) um den Scheiss aufzunehmen. Falls jemand mal ne dunkelblaue, durchsichtige MC findet, die mit der Edding-Aufschrift "Chemnitzer Kinderzimmer Productionz" glänzt: Die is meine, danke für′s wiederfinden, her den Dreck! Ja, wo war ich? Der erste live-Auftritt im B-Plan folgte bald darauf. Ich hatte ein Repertoire von mittlerweile 3 grandiosen Texten, die bis aufs Erbrechen auf jeden Beat gekickt wurden, der sich im Raum befand. Damals habe ich dann so richtig Blut geleckt; Applaus für etwas zu bekommen, was man selbst geschaffen hat,ist das beste Gefühl. Später, wieder einmal eine neue Crew, wurde wöchentlich im ZV-Bunker geflowt. Das war der richtige Untergrund und ich hab ne Menge neuer Leute kennengelernt. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und ich kann mich nicht an irgendwelches sinnloses Gehate erinnern. Aufgenommen haben wir zu der Zeit in einem Zimmer: Anlage, Tapes, Mikro, dass von der Lampe an der Decke hing, Sofa, Aschenbecher, ne Menge Zettel. Unser richtiges Studio entstand, als Vodoo86 (damals sozusagen Vorstandsmitglied von Flash′nFresh) zum Geburtstag ein deluxe-Mic geschenkt bekam. Zu der Zeit gab es im Haus Spektrum immer diese HipHop-Abende und am Rookie-Weekend hatten wir unseren ersten Auftritt als Crew..

Später kam JonazMC dazu, der frischen Wind in die Gruppe brachte. Eine Künstler-WG entstand. Die Zeit war geprägt von Freitagabenden, die dazu verwendet wurden, zu spät zur Probe zu kommen und dann angetrunken die Probe zu versauen. War aber stets lustig. Komischerweise folgte auf eine misslungene Probe immer ein geiler Auftritt. 2003 bin ich dann ein Jahr in die Staaten geflogen um meinen High School Abschluss zu machen, den "way of life" kennenzulernen, und mir jeden Tag den Blackstar Entertainment Channel reinzuziehen. Spannend. Kurz nach meiner Rückkehr splittete sich Double F und die ehemalige Crew H′mas (jetzt RapSubjekt) entstand.

Das erste Album machte seine Runden im Untergrund und killte meinen Brenner entgültig. Verteilt wurde es überall bei willigen Musik-Junkies sowie denen, die eh nichts hatten, ausser unsere Scheibe in der Hand und einen Player zum reinschieben. Auf dem Splash! Festival (ja, es war wirklich mal in Chemnitz) verwirrten wir Crewmitglieder, die in der Dunkelheit berauscht über den Zeltplatz wankten und an Halluzinationen glaubten, als sie ihre Stimmen aus den Recordern verschiedener Zelte hörten, die sie dadurch mehrmals für ihre eigenen hielten. Das beste am Splash! in dem Jahr waren wohl die freestyles am Grill und die sechs Bierkästen, die wir in Folge mangelnder Liquidität an der Tanke zu Geld gemacht haben. Ja, jetzt ist eben die RapSubjekt Mode. Wir nehmen jetzt in meiner Wohnung die Tonspuren auf, deswegen halt HomeSweetHoe. ;-)"

MySpace-Seite von RapShiva


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